Kirche

Pfarrkirche Seewiesen

Pfarrkirche St. Leonhard zu Seewiesen

Dass die herrliche Barbara-Statue zusammen  mit der Leonhard-Plastik beim Südeingang als einzige Reste der gotischen Kücheneinrichtung erhalten blieben, ist eine glückliche Fügung. Beide Heilige sind die Schutzpatrone der Gegend am Seeberg. Barbara als Patronin der Bergwerke (in Gollrad gab es Silber, in   Gollrad Kohle), Leonhard als Schutzherr des Eisenwesens und des Landvolks, als Mann der Ketten und Kerker, der Rosse und Rinder.
Leonhard, hochverehrt als wundertätiger Helfer in allen Nöten, als Freund der Gefangenen und Mönchsvater von Noblac, wo er am 6.11.559 starb, wählte man zum Kirchenpatron von Seewiesen.
Fest am 6. 11. mit uralter Wallfahrt der Nachbarpfarren.
Ein Barbara-Rellef ziert auch die Turmglocke zusammen mit Katharina, Nikolaus und Florian, gegossen 1711 vom Grazer Glockengießer Florian Streckfuß und 100 Kilo schwer. Die kleine mit 45 Kilo fiel 1917 dem Weltkrieg zum Opfer, wurde aber 1919 durch eine Gussstahlglocke der Firma Böhler ersetzt und der Hosenkranzkönigin geweiht.

Die Seewiesener Madonna, Werk eines unbekannten Meisters des 16.Jhd, 1960 wiedergefunden und aufgestellt, ist Kopie der Mariazeller Gnadenstatue.1156 trug der Mönch Magnus von SI. Lambrecht das Original durch Seewiesen über den Seebergpass und erbaute 20 km nördlich die Cella Mariä, aus der bald der berühmte Wallfahrtsort Mariazell erwuchs, dem auch die wunderschöne Kirche von Seewiesen ihren Ursprung verdankt.
Denn bald wurde die alte Eisenstraße zwischen Gußwerk und Kapfenberg mit ihren Hammerherren und Schmieden zur heiligen Straße der Pilger, die bis vom Balkan her durch Seewiesen zogen, dessen Name daher in der Geschichte erstmals erscheint auf jener Urkunde vom 30. 9. 1335, durch die Abt Ortolph von St. Lambrecht von Erzbischof Friedrich von Salzburg die Erlaubnis erhält, in Seewiesen eine Kirche zu bauen als letzte Ruhestätte der Pilger vor ihrem Ziel. 1366 wurde sie dann feierlich eingeweiht durch Bischof Heinrich Kraft von Lavant. Die Konsekrationsurkunde fand P. Paulus de Apostolis, 1755/57 erster Pfarrvikar von Seewiesen, unter dem Altarstein des Hochaltars.

Den prächtigen Barockaltar. einen der schönsten des Landes, schufen 3 steirische Meister zwischen 1688-1692: Mathias Zarztsch den Altaraufbau, Hans Adam Weißenkirchner das Altarbild des hl. Leonhard, Andreas Marzl die vergoldeten Heiligen- und Engelfiguren, zu beiden Seiten Leonhards die Apostel Petrus und Paulus, darüber Madonna mit Kind; flankiert von Johannes dem Täufer und Barbara und 2 Engeln, ganz oben die Trinität mit Engeln; auf beiden Seiten des prachtvoll vergoldeten Dreh-Tabernakels kniend ebenfalls 2 Goldengel.

Links und rechts der barocken Sessio, einer Stiftung von Schulrat Erich Brandstätter aus Wien, hängen zwei 1764 signierte Kopien aus der Mariazeller Schatzkammer; sie waren die Altarbilder der 1957 entfernten Seitenaltäre.

Eigene Pfarre wurde Seewiesen 1754 durch Abt Eugen Graf lnzaghi, der auch 1756 den schönen Pfarrhof baute; die Fenster zieren barocke Eisengitter und über dem Haustor prangt, 1978 originaltreu renoviert, das Wappen des Erbauers, der am 1. 1. 1760 starb und in der Basilika von Mariazell begraben liegt.
Seit 1958 ist Seewiesen Diözesanpfarre.

Die Orgel, ein klangvolles Barock-Positiv, eingebaut wohl um 1700 bei der Barockisierung der Kirche, wurde 1961 vom Grazer Orgelbauer Hopferwieser restauriert und mit elektrischen Antriebsmotor versehen. - Aus derselben Zeit stammt wohl auch das große Orgelfresko, darstellend Jesu Kreuzigung, und das Fresko über dem Apsisbogen, das mit 1710 signiert ist. Beide wurden 1957 bei der Renovierung der Kirche von Meister Toni Vötsch wieder freigelegt. Als Turm hatte die Kirche früher einen barocken Dachreiter auf dem Ostgiebel; den jetzigen am Westgiebel erbaute 1906 Abt Severin Kaleher, zugleich mit der Turmuhr, einem Werk von Meister Ignaz Berthold aus Ehrenhausen; 1975 wurde sie von Meister Josef Rauch aus Grabersdorf repariert und Aufzieh- und Läutwerk auf Elektroautomatik umgestellt. Der Turmaufgang mit Wendeltreppe wurde 1966 neu gebaut und 1964 ein Glasgang als Verbindung von Haus und Kirche errichtet .





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